Tauchen

Jeannette beim TauchgangIch bin seit Jahren eine leidenschaftliche Taucherin. Mein Hobby gibt mir den nötigen Ausgleich zu meinem Business. Die Unterwasserfaszination seit ich mit Tauchen angefangen habe 1994 hat mich nie mehr losgelassen. Gerne möchte ich auch Dir die Schönheit des Tauchens etwas näher bringen.

Sport mit Freizeittauchen zu verbinden und dabei die Faszination unter Wasser und die damit verbundenen Begegnungen mit den Elementen zu genießen haben mich bis heute nicht losgelassen.

Ein Tauchgang macht mich immer sehr glücklich

Wenn ich abtauche „Stillwerde“ mit dem, was gerade ist (was ich sehen darf), ich einfach nur mein automatisches Ein-un-Ausatmen höre, so bin ich ganz verbunden mit der Unterwasserwelt.  Sehr beruhigend, still, ich nehme einfach nur „wahr“ – bin so glücklich und zufrieden wenn ich dies erleben darf.

Tauchen in Marsa Alam – Fast unberührte Riffe zu meiner Zeit
auch wenn der Ort mittlerweile nicht mehr als Geheimtipp gilt, durfte ich es im Jahr 2001 noch sehr friedlich erleben. Für mich war es ein eher verschlafenes Dorf in der kargen ägyptischen Wüstenlandschaft.

Rund 250km südlich von Hurghada befindet sich der kleine Ort Marsa Alam wirklich abseits vom Tourismus.

Legendäre Tauchgebiete wie Elphinstone Shaab Samadai (Dolphin House) sind so ideale Ausgangspunkt für entspannte Tagestouren und exzellente Tauchspots. Diesen Tauchurlaub werde ich nie mehr vergessen, denn ich wurde verwöhnt mit meinen Lieblingstieren, den Delphinen zu schwimmen. Ein Tummelplatz von Delphinen, die heute glücklicherweise, nur noch mit gesetzlicher Beschränkung von Personen zugelassen werden, durfte ich alles noch ruhig genießen ohne Tourismus und Hektik.

DelphinTauchausflug zum Shaab Samadai (Dolphin Hous)
Etwa zwei Bootsstunden vom Hafen Marsa Alam entfernt liegt das Hufeisenförmige Riff. Die Delphine finden sich hier immer wieder in der geschützten Lagune des Riffs ein. Das eigentliche Tauchgebiet befindet sich an der südwestlich Spitze einiger Korallentürme.

Jetzt erzähle ich Euch einer meiner erlebnisreichen Ausflüge:

Die Sonnenbrille aufgesetzt, vom staubigen Fahrwind etwas Schutz suchend, sass ich hinter dem Fahrer, im offenen mit Bänken ausgestatteten und so zu einem für  Tauchausflüge umfunktionierten Lkw. Gemeinsam mit meiner Freundin und acht  weiteren Tauchern, die zum Teil noch etwas verschlafen waren, aber ebenfalls auf den Sitzen platz genommen hatten, brauste auf holpriger Strasse das Gefährt die endlose  gerade Stecke in den Süden von Marsa Alam.

WüstenlandschaftEs war frühmorgens, die Sonnenstrahlen glitzerten im spiegelglatten Meer. Auf der anderen Seite ein wunderbares Wüstenpanorama. Alle Farben durchdrangen die Fels- und Sandhügel. Ich wusste gar nicht, dass es in dieser kargen Landschaft so viele Farben geben konnte.

Im nächsten Dorf, alles war noch still, keine Menschenseele unterwegs, machte der Fahrer bei einer Baracke einen kurzen Halt, um die Tagesverpflegung und Getränke in Empfang zu nehmen. Noch ein paar ägyptische Grußworte und weiter ging die Fahrt. Schnell vermummten wir uns wieder und schützten unsere Augen, denn der Wind mit Sandkörner peitschte erneut heftig in unser Gesicht.

Wir alle hingen unseren Gedanken nach, denn sprechen konnten wir nicht miteinander, der Lärm des Lkws zusammen mit dem Fahrwind verunmöglichte ein Gespräch.

Plötzlich aus heiterem Himmel ein Zick-Zack-Manöver des Fahrers, ein Gerumpel und Gequietsche. Ich traute meinen Augen nicht was  ich gerade sah: Der angekoppelte Anhänger mit all unserer Tauchausrüstung und Verpflegung machte sich selbständig. Mitten auf der Strasse rollte er dahin. Wir hatten es kaum richtig wahrgenommen, da passierte es auch schon.

RöhrenwurmDer losgelöste Karren mit unserem Equipment, den Tauchflaschen und all den Zutaten für unsem Mittagessen, landete im tiefen Strassengraben. Nach dem abrupten stoppen, war ich für ein paar Sekunden irritiert und musste mir große Mühe geben meine Aufregung in den Zügeln zu halten.

Ich sprang vom Lkw, marschierte zum Graben und hantierte etwas unbeholfen im Durcheinander herum. Wir alle befürchteten schon das Schlimmste. Prüfend ließen wir Taucher unsere Blicke über dem Wirrwarr gleiten. Jeder dachte wohl das Gleiche: „Hoffentlich ist die teure Ausrüstung noch in Ordnung.

Als ich mich nochmals vergewissert hatte, dass meine Sachen keinen Schaden erlitten und nur voll Sand und Staub waren, lächelte ich erleichtert auf und die Anspannung verpuffte im Nu. Der Anhänger hatte auch schon bessere Zeiten gesehen, die Koppelung war gebrochen. Eigentlich hätten die Ägypter nie so einen Ausflug planen dürfen. Aber die fahren ihre Gefährte immer bis sie auseinander brechen. Eigentlich weiß ich es, denn es war nicht mein erster Zwischenfall in Ägypten mit Autos.

DrachenkopfIm Grossen und ganzen fackelten wir dann nicht lange herum, sondern jeder begann mit der Bergung und sammelte seine Sachen wieder ein, alles etwas paniert mit Sand! Nun stemmten wir die vollen Boxen mit allen Utensilien auf den Lkw-Boden. Mit dem Essen mussten die Ägypter wohl improvisieren, denn das Gemüse, flachgedrückte Tomaten, zerquetschte Gurken und Peperoni war sicher nicht mehr zu gebrauchen. Auch wir kletterten auf den Wagen und zierkelten über die am Boden stehenden Boxen an unsere Plätze zurück.

Den Anhänger ließen die Ägypter im Graben liegen, sie werden ihn zu einem späteren Zeitpunkt abschleppen.

Kaum kehrten wir dem Pannensünder den Rücken, erfüllte uns eine große Erleichterung: “Zum Glück ist uns nichts passiert”, es hätte auch schlimmer ausgehen können. Die holperige Weiterfahrt dauerte noch etwa 40 Minuten, dann durften wir einschiffen.

Der Kapitän mit Crew erwartete uns im strahlend glänzenden sauber geputzten Taucherboot “Prinzess”. Hilfreich dienten uns die Boys alles Material auf das bereitstehende Schlauchboot umzuladen, um dann an Bord der schönen Prinzess zu steigen.

Blick nach obenWir wurden gebeten barfuss das gepflegte Schiff zu betreten, uns einzurichten und auszubreiten. Als das Boot auslief erklärte der Tauchguide den weiteren Tagesverlauf. Bevor wir uns aufs Sonnendeck begaben inspizierten wir das Ganze. Ein großer Salon mit dunkelblau gepolsterten Rundbänken und Tisch, dazu ein blauer Teppich ausgelegt und passende blaugoldige Samtvorhängen an den Lucken, was eine sehr gediegene Atmosphäre ergab.

Außer dem besaß das Schiff eine kleine funktionierende Bordküche, zwei WC’s mit Duschen und über eine Wendeltreppe konnte man hoch zum Sonnendeck. Dort genoss ich die gut 1 ½ Stunden Fahrzeit auf offenem Meer, bis wir das Hufeisenförmige Riff entdeckten.

DelphinMit angestrengten Blicken suchten wir schon von weitem die Delphine. Endlich erspähte jemand auf der anderen Seite des Riffes ein paar springende Delphine. Wir hatten Glück und sie blieben da, in der geschützten Lagune, im Delphinhaus. Kaum geankert, packten wir unseren Schnorchel, Brille und Flossen und ein Boy brachte uns mit dem Schlauchboot näher heran. Auf Kommando ließen wir uns alle gleichzeitig ins Wasser gleiten.

DelphineWelche Pracht Pracht…., gegen 40-45 Delphine waren anwesend, zum Teil mit ihren Jungen. Neugierig schwammen sie immer näher an unseren Körpern vorbei und begutachteten uns. Sogar richtige Pirouetten führten sie vor. Man könnte meinen sie freuten sich genau so über unseren Besuch. Auch gaben sie Laute und Gequietsche von sich.

Die lachenden Augen wirkten auf mich unglaublich vertraut. Für eine gute halbe Stunde, galt meine ganze Aufmerksamkeit nur noch den zutraulichen Delphinen. Ungern ließ ich mich wieder auf das Schlauboot zurück ziehen. Ich werde diese Bilder nie mehr vergessen. Es war ein phänomenales Erlebnis. So wie ich gerade diese Zeilen Schreibe, fließen mir vor Rührung gleich die Tränen, denn auch noch nach so langer Zeit habe ich diese Bilder in meinem Kopf.

Danach ging es natürlich zu unserem Tauchgang und wir erlebten zwei fantastische Tauchgänge, die ebenfalls eine Augenweide waren mit all den farbenprächtigen Hart- und Weichkorallen, den vielen bunten Fischen, eine herrliche Unterwasserwelt.

Der Weg ins Dolphin Hous nach Shaab Samadai hat sich trotz Panne gelohnt und wir hatten beim Nachtessen unseren zu Hause gebliebenen Taucherkollegen, denn die machten an diesem Tag eine Pause mit Tauchen, eine tolle Story zu erzählen.

Wohlig müde und sehr zufrieden sank ich an diesem Abend in mein weiches Bett 🙂

Elphinstone der Treffpunkt der Haie – eine Bootsfahrt (Sep. 2000)

Ein treuer Blick zurück nach vorn

Eine Herzensreise beginnt –  Meine!